Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele gelten als das weltweit bedeutendste Festival der klassischen Musik und darstellenden Kunst. Sie finden seit 1920 jeden Sommer im Juli und August in Salzburg statt. Markenzeichen der Festspiele sind der Jedermann auf dem Domplatz, exemplarische Mozart- und Strauss-Aufführungen, sowie ein vielfältiges und hochkarätiges Schauspiel-, Opern- und Konzert-Programm. Alljährlich werden in den sechs Festspielwochen mehr als 200 Veranstaltungen von mehr als 250.000 Gästen besucht.

Nach einer langen Tradition von opulenten Kostümfesten und Singspielen die bis ins Mittelalter zurückreicht, wurden Bemühungen in Salzburg ein Festival zur Mozart-Verehrung zu gestalten, von den Ereignissen des Ersten Weltkrieges zerschlagen.

Nach Kriegsende 1918 setzten sich fünf Männer für die Wiederbelebung der Festspiele ein, die heute als ihre Begründer gelten: der Dichter und Dramatiker Hugo von Hofmannsthal, der Komponist Richard Strauss, der Bühnenbildner Alfred Roller, der Dirigent Franz Schalk und der Regisseur Max Reinhardt, damals Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, der 1911 die Uraufführung von Hofmannsthals Stück Jedermann in der Berliner Zirkus Schumann-Arena inszeniert hatte.

Nach Hofmannsthals politischen Schriften sollten die Salzburger Festspiele als Gegenstück zum preußisch-norddeutschen kompromisslosen Weltbild und dem damals aufkommenden Nationalsozialismus die jahrhundertealten habsburgischen Prinzipien des „Leben und leben lassen“ gegenüber Volksgruppen, Völkern, Minderheiten, Religionen, Kulturen und Sprachen betonen. Iinklusiv, mit drei Achsen: Schauspiel, Oper, Konzert, heute in drei Festspielhäusern und auf zahlreichen weiteren Plätzen der Stadt, Konzertsälen, Kirchen und Bühnen, im Freien und in geschlossenen Räumen, offen für Neues, aber stets im Ringen darum, ob das Gezeigte dem hohen Qualitätsanspruch Genüge tut.

Im Jahr 1920 fanden schließlich (nach jahrzehntelangen Diskussionen, Konzeptionen und Planungen) die ersten Salzburger Festspiele statt. Reinhardt wählte Hofmannsthals Jedermann, den Domplatz als Spielort und Alexander Moissi als Hauptdarsteller. Das Stück wurde zum Dauerbrenner und zum Markenzeichen der Festspiele. Heute verzeichnen die alljährlich vierzehn Aufführungen rund 35.000 Zuseher; der Jedermann ist meist ausverkauft.

Das noch heute verwendete Logo mit der griechischen Theatermaske, der rot-weißen Fahne und der Salzburger Festung auf goldenem Grund geht auf ein von Leopoldine Wojtek (1903–1978) für die Festspiele 1928 gestaltetes Plakat zurück.

Die Salzburger Festspiele verzeichnen 2017 einen Kartenverkaufsumsatz von rund 27 Millionen Euro und schaffen eine Wertschöpfung von 183 Millionen Euro pro Jahr in Salzburg. Die Festspiele sichern damit in Salzburg 2800 Vollzeitarbeitsplätze (Österreich 3400). Durch ihre Wirkung in anderen Branchen bringen sie der öffentlichen Hand rund 77 Millionen Euro an Steuern und Abgaben ein. (Quelle: Wikipedia)