Mecklenburgisches Staatstheater

Das Mecklenburgische Staatstheater ist ein Sechsspartentheater in der Landeshauptstadt Schwerin. Neben zahlreichen Neuinszenierungen veranstaltet das Theater seit 1993 jährlich die Schlossfestspiele Schwerin mit bis zu 70.000 Besuchern. 2016 fusionierten das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin und das Mecklenburgische Landestheater Parchim zur heutigen Mecklenburgisches Staatstheater GmbH.

Das Große Haus bietet Platz für 650 Zuschauer und wird für die Aufführung von Schauspielen, Opern, Musiktheater und Ballett genutzt. Die jährlichen Gesamtbesucherzahlen liegen bei ca. 180.000 Personen. Pro Jahr bringt das Theater an beiden Standorten bis zu 30 Neuinszenierungen in den verschiedenen Sparten heraus. Das Haus wird weit über die Region hinaus als Kultur-Leuchtturm wahrgenommen.

Die Geschichte des Theaters reicht bis in Jahr 1563 zurück, als Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg die Gründung der Hofkapelle in Auftrag gab. Dort formierte sich auch 1753 die nach ihrem Gründer Johann Friedrich Schönemann benannte Academie der Schönemannschen Gesellschaft, die erste deutsche Schauspielerakademie.

In der Nacht zum 23. April 1831 brannte Schauspielhaus ab. Nach dem Entwurf von Baumeister Georg Adolf Demmler wurde 1836 das neue Hoftheater in Schwerin eingeweiht. 1840 fand hier unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy das Zweite Norddeutsche Musikfest statt. Doch auch dieses Theater brannte im April 1882 während einer Vorstellung ab. Nach fünfjähriger Bauzeit konnte das Großherzogliche Hoftheater den Spielbetrieb in dem neuen Gebäude am Alten Garten wieder aufnehmen.

1926 wurde das Theater in Mecklenburgisches Staatstheater umbenannt. Der Spielbetrieb dauerte bis zum 31. August 1944, dem Tag der Schließung aller Theater durch die NS Regierung. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Spielbetrieb in dem von Zerstörungen verschont gebliebenen Gebäude unmittelbar wieder aufgenommen werden.

Unter der Schauspielleitung von Christoph Schroth wurde das Haus 1974 bis 1989 zur Pilgerstätte für Theaterfans, die herausfordernde Inszenierungen. Es wurden Stücke von Heiner Müller, Thomas Brasch, Lothar Trolle und Irina Liebmann gezeigt – Stücke die andernorts in der DDR nicht aufgeführt wurden.

Seit 1993 finden jeden Sommer die Schlossfestspiele statt, deren Kulisse seit 1999 vom Innenhof des Schweriner Schlosses auf den Alten Garten verlegt wurde. Der bisherige Zuschauerrekord mit über 70.000 Besuchern gelang 2001 mit der Verdi-Oper Nabucco.

Das Bauwerk ist seit 2024 als Teil des Residenzensembles Schwerin UNESCO-Welterbe. (Quelle: Wikipedia)