Deutsche Oper Berlin

Die Deutsche Oper Berlin ist das größte der drei Opernhäuser in Berlin. Das Gebäude Bismarckstraße 34–37 im Ortsteil Charlottenburg wurde 1961 nach Entwürfen Fritz Bornemanns im Stil der Nachkriegsmoderne eröffnet und war Ersatz für das an gleicher Stelle stehende Deutsche Opernhaus, welches im Zweiten Weltkrieg zerstört und abgerissen wurde. Das neu errichtete Charlottenburger Haus ist mit 1859 Sitzplätzen eines der größten Theater in Deutschland.

Die Deutsche Oper bildet mit der Staatsoper Unter den Linden, der Komischen Oper, dem Staatsballett und dem Bühnenservice Berlin die Stiftung Oper in Berlin.

Aufgabe der Deutschen Oper Berlin ist insbesondere die Pflege des „großen“ Repertoires des 19. Jahrhunderts mit den Kompositionen von Richard Strauss, Richard Wagner, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. Gerühmt wird das Charlottenburger Opernorchester vor allem für seine besondere Vielseitigkeit und sein Wagnerspiel. Mit den Bayreuther Wagner-Festspielen eng verbunden, ist die Deutsche Oper Berlin eine der größten Rekrutierungsquellen für das Bayreuther Festspielorchester.

Die Initiative für die Gründung eines Opernhauses ging Anfang des 20. Jahrhunderts auf bürgerliche Kreise im damals selbstständigen Charlottenburg zurück. Als wirtschaftliche Stütze des Staates und intellektuelle Vorreiter wollten die Bewohner der reichsten Großstadt Preußens ein Opernhaus „für sich“ als Gegenentwurf gegen die „erstarrte“ Repräsentationsbühne der Hofoper Unter den Linden. Die Stadt Charlottenburg ließ in den Jahren 1911/1912 nach Plänen Heinrich Seelings das Deutsche Opernhaus errichten. Als Charlottenburg 1920 Teil der Reichshauptstadt wurde, erhielt das über 2300 Sitzplätze fassende Haus den Namen Städtische Oper.

In der Zeit des Nationalsozialismus ging 1934 das in Deutsches Opernhaus rückbenannte Charlottenburger Haus in den Besitz des Reiches über und unterstand damit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda von Joseph Goebbels. Entgegen dem ursprünglichen Entwurf mit einem standesunabhängigen Zuschauerraum wurde eine „Führerloge“ geschaffen. Während der Zeit des Nationalsozialismus galt das Haus neben dem Bayreuther Festspielhaus als die Repräsentationsbühne des NS-Regimes schlechthin. Am 23. November 1943 brannte das Haus bei alliierten Luftangriffen aus. Am 1. September 1944 trat die allgemeine Theatersperre in Kraft und alle Theater wurden geschlossen.

Nach dem Abriss des im Zweiten Weltkrieg ausgebrannten Vorgängerbaus wurde zwischen 1957 und 1961 nach Entwürfen des Berliner Architekten Fritz Bornemann der heutige Neubau an der Bismarckstraße errichtet. Die Eröffnung fand am 24. September 1961 mit Mozarts Don Giovanni statt. Der Neubau hatte 27,5 Millionen Mark gekostet (rund 73,1 Millionen Euro). Im gleichen Jahr fand die Umbenennung auf den heutigen Namen Deutsche Oper Berlin statt.

Die Deutsche Oper wuchs in den kommenden Jahren in die Rolle des Repräsentationshauses des Landes Berlin (West) hinein, da die Staatsoper Unter den Linden, die traditionell diese Rolle in Berlin gespielt hatte, mitsamt dem Ostteil Berlins und der DDR eine eigene Entwicklung nahm. Gleichzeitig musste sie nun, als einziges Opernhaus in West-Berlin, das gesamte Opernrepertoire abdecken. Neben Opern des Kernrepertoires fanden sich vielfach auch deutsche Erstaufführungen und Uraufführungen auf dem Spielplan.

Nach der deutschen Wiedervereinigung verlor die Deutsche Oper ihren Status als einziges repräsentatives Opernhaus in West-Berlin. Mit der Gründung der Stiftung Oper in Berlin am 1. Januar 2004 wurde das Ballett der Deutschen Oper mit den Ballett-Compagnien der beiden anderen Opernhäuser fusioniert und das Staatsballett Berlin gegründet, das in allen drei Opernhäusern auftritt. (Quelle: Wikipedia)